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04.11.2004, 14:34 Uhr | Übersicht | Drucken
Als gemeinsame Veranstaltung mit dem Bildungswerk Raesfeld:

„Organspende – Ja, bitte!“

Referent: Priv.-Doz. Dr. med. Christian F. Krieglstein

Leitender Oberarzt und Leiter der Sektion Organtransplantation,
Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie
Universitätsklinikum Münster


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In der Universitätsklinik Münster werden überwiegend Nieren transplantiert. Lt. Herrn Dr. Krieglstein werden in Deutschland ca. 3.500 Nieren jährlich transplantiert, jedoch 10.000 Patienten warten auf ein Spenderorgan. Die mittlere Wartezeit auf eine Spenderniere liegt zwischen 3-5 Jahren. Selbst ein Notfallpatient kann noch ½ bis 1 Jahr auf eine Niere warten. Ein Drittel der Wartenden stirbt, ohne dass rechtzeitig ein Spenderorgan gefunden werden kann. Das Bundesland NRW gehört dabei zu den geringsten Spenderregionen innerhalb Deutschlands und Europas. Diese Zahlen machen uns sehr deutlich, wie wichtig es ist, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen.

Bei der Niere ist, da wir über zwei Nieren verfügen, die Lebendspende erlaubt. Die Lebendspende wird seit ca. 5-6 Jahren durchgeführt. Sie macht ca. 20% der gesamten Spenderorgane aus. Das Verhältnis ist in anderen Ländern größer. In Skandinavien z.B. sind ca. 50% der Organe durch Lebendspende transplantiert.

Um den Organhandel zu vermeiden, ist die Lebendspende jedoch nur erlaubt, wenn eine enge Beziehung zwischen Spender und Empfänger besteht, wie z.B. familiäre Beziehung, eheähnliche Beziehung oder psychologisch starke Beziehung. Dies wir durch eine unabhängige Kommission geprüft.

Bei der Totenspende werden die Spenderorgane über Eurotransplant organisiert. Hier existiert eine Datenbank, die die Daten über Spender und Empfänger zusammenführt. Wichtige Faktoren, dass die Organe kompatibel für den Empfänger sind, sind u.a. Blutgruppe und Alter, um so die Risikofaktoren möglichst gering zu halten.

Herr Dr. Krieglstein sprach auch die Ängste der Bevölkerung bei der Totenspende an. Werde ich im Notfall auch genügend versorgt, wenn ich einen Spenderausweis habe?
In Deutschland wird ausschließlich der Hirntod als Tod akzeptiert. Nur wenn keinerlei Hirntätigkeit mehr vorhanden ist, keine Hirnströme mehr messbar sind, wird der Tod festgestellt. Dies muss durch zwei Ärzte unabhängig voneinander festgestellt werden. Erst dann wird mit den Angehörigen über eine mögliche Organspende gesprochen. Diese Entscheidung wird gemeinsam zwischen Arzt und Angehörigen getroffen.
Nach dem neuen Transplantationsgesetz hat der behandelnde Arzt den potentiellen Spender bei der DSO (Deutsche Stiftung für Organspende) zu melden. Die Organisation unterstützt bei Gesprächen über eine mögliche Spende.

Sehr beeindruckend war auch die Schilderung von Bernd Grömping, der über seine Herztransplantation berichtete und Fragen dazu beantwortete.

„Bei dem Thema Organspende sind Medizin, Medien und Politik gleichermaßen gefragt“, so Gisela Schwane, Vorsitzende der FU Raesfeld, zum Abschluss der Veranstaltung. “Ich möchte daher an Sie alle appellieren, nicht nur für sich selbst die Frage nach dem Spenderausweis positiv zu beantworten, sondern auch im Familien- und Freundeskreis dieses Thema zu vermitteln und Sensibilität dafür zu schaffen.

Wer sich mehr über dieses Thema informieren möchte oder sich möglicherweise für einen Spenderausweis entscheidet, wird Antworten auf seine persönlichen Fragen beim Infotelefon Organspende unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/9040400 erhalten.


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